Es gibt Schriften, die sind unheimlich kompliziert. Die chinesische Schrift zum Beispiel kennt um die 5000 einzelne Zeichen. Doch es geht auch einfacher: Die Schrift der alten Maya kennt nur um die 800 Zeichen. Diese können allerdings fast beliebig kombiniert werden sodass tausende weiterer Zeichen daraus gebildet werden können. Silbenschriften wie die japanischen Hirigana und Katakana kennen nur jeweils 56 Zeichen.
Viele denken jetzt natürlich unsere europäische Schrift ist die einfachste. In Wirklichkeit kann man unsere Schrift, speziell unsere deutsche Schrift, in mehrere Zeichengruppen einteilen: 1. gibt es dort die Großbuchstaben: ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ Die sogenannten Capitalis- Lettern sind bereits in der Antike auf der Basis des griechischen und phönizischen Schriftsystems entstanden und wurden von den Römern benutzt.
2. Die zweite Gruppe sind die Kleinbuchstaben. Diese sind erst im Barock entstanden, werden also als Barocklettern bezeichnet: abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
3. Im deutschen kommen noch Umlaute hinzu: Ää, Öö, Üü und zudem noch das Eszett ß
4. Zwei Zischlaute werden mit Buchstabenkombinationen wiedergegeben: CH, ch, SCH, sch
Insgesamt kommen wir also bei unserem Alphabet auf 59 unterschiedlichen Zeichen. Nicht gerade das einfachste Alphabet. Wir denken, dass wir das einfachste Alphabet haben aber in Wirklichkeit benutzen wir 59 Zeichen. Mehr als die japanischen Silbenschriften.
Das kann man aber noch weiter vereinfachen. Lassen wir die Großbuchstaben einfach weg haben wir nur noch 29 Zeichen. Zusätzlich könnte man die Umlaute noch mit einer Buchstabenkombination ersetzen ae, oe und ue. Indem man alle harten Konsonanten streicht kann man das Alphabet auf 15 Buchstaben reduzieren: a e i o u b d g h i l m n r s
Um die harten Konsonanten darzustellen macht man dann einfach ein Häkchen unter den jeweiligen Buchstaben. b wird zu p d wird zu t g wird zu k h wird zu ch l wird zu ll m wird zu mm n wird zu nn r wird zu rr s wird zu z sch wird vereinfacht mit sh dargestellt. Mit einem Häkchen lassen sich auch die Vokale verstärken.
Die Schrift lässt sich unter folgender Adresse als Truetype-Font herunterladen und auf dem Computer installieren: Font-Download
Beigefügt sind auch noch Hinweise zur Benutzung der Schrift.
In keinem anderen Land der Welt lassen sich so viele Menschen durch politische Propaganda gegen eine Sache aufwiegeln wie in China. Aktuell hat man das an den Anti-Free-Tibet-Demonstrationen in diversen chinesischen Städten sehen können. Auch die französiche Einzelhandelskette Carrefour hatte nach politischen Schwierikeiten zwischen Frankreich und der Volksrepublik mit Umsatzeinbußen und massiven Protesten zu kämpfen. Im modernen China sind die Organistatoren der Demonstrationen jedoch nicht mehr so einfach auszumachen. Es ist meist klar, dass Massendemonstrationen in diesem, was das Demonstrationsrecht angeht, sehr restriktivem Land nicht ohne die Unterstützung der KPCh stattfinden können. Die Strippenzieher sind jedoch nicht mehr so einfach auszumachen, zumal die Position der offiziellen Regierung oft auch eine Andere ist.
Mao selbst ist bei seiner Volksaufwiegelung dagegen noch grober vorgegangen. Damals waren auch die Ziele noch andere. Die große proletarische Kulturrevolution, die zwischen 1966 und 1976 von Mao Zedong angefacht wurde und vermutlich Millionen von Menschen das Leben kostete, war ein reiner Machtkampf um die Vorherrschaft in der Kommunistischen Partei.
Genauso verhielt es sich mit der "Ausrichtungskampagne" (chin. Zhenfeng) die Mao Zedong 1942 ausrief. Während dieser kommunistischen Kampagne wurden in jeder Kommune Komissionen gebildet in denen jeder eine sogenannte "sozialistische Selbstkritik" vortragen musste. Bei den allerkleinsen Widersprüchen in der Biographie des Beschuldigten wurde er zum Verräter der Revolution erklärt. Durch diese Kleinlichkeit der Ideologie gab es am Ende der Aktion einige Kommissionen von denen selbst 90% der Mitglieder zu Verrätern der Revolution erklärt wurden.
Eine andere Aktion allerdings verdient den Titel "Mit Kanonen auf Spatzen schießen". Mitte der sechzier Jahre rechnete irgendjemand aus, wie viele Reiskörner ein durchschnittlicher chinesischer Spatz im Jahr vertilgt und wie viel Mehrertrag man ohne diese kleinen Vögel hätte. Als dann jemand herausfand, dass Spatzen sich immer nur auf "ihren" Baum niederließen, erkannte man die Chance die Nahrungsmittelknappheit in der Volksrepublik mit einem Schlag zu beseitigen. Massen an Menschen wurden gegen diesen neuen "Feind der Revolution" mobilisiert. Millionen Chinesen versammelten sich unter den Spatzenbäumen und machten mit Töpfen und sonstigem Gerät solch einen Lärm, dass die Spatzen nicht mehr auf ihren Bäumen landen konnten. Nach einigen Minuten waren die Spatzen so ermüdet, dass sie einfach vom Himmel fielen. Nachdem man auf diese Weise fast alle Spatzen beseitigt hatte, tat sich jedoch ein neues Problem auf: Spatzen vertilgen nämlich nicht nur Reiskörner, sondern ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Die auf die Spatzenjagd folgende Insektenplage führte zu so großen Ernteausfällen, dass Spatzen aus der Sowjetunion importiert werden mussten.
Die heutigen chinesischen Spatzen sind also nicht wirklich chinesische Spatzen, sondern die Nachkommen der sowjetischen Spatzen. Für die Regierung in Peking ist das aber wohl kein Problem. Schließlich sind es doch kommunistische Spatzen...
China ist in der Vorstellung der meisten Menschen immer noch eine unglaubliche Masse an Menschen. Das Land der Mitte schürt zudem bei vielen europäischen Arbeitnehmern Existenzängste. Immer sind es die Chinesen die irgendetwas billiger herstellen als wir. Immer wieder kommen Dinge an die Öffentlichkeit, die in Europa unmöglich erscheinen. So etwa Sklavenarbeit und bleihaltiges Kinderspielzeug. Auch diese Pelzarmbändchen, mit denen die trendigen Girlies oft herumstolzieren werden nun schärfer kontrolliert, weil sich gezeigt hat, dass sie oft nicht aus Kunstfell, sondern aus Katzen und Hunden gemacht waren.
Auch die Tibet-Flaggen, mit denen viele Deutsche ihren Protest gegen Chinas Politik kundtun stammen nicht selten aus Shenzen in Südchina, wo die, in der Volksrepublik verbotene, Flagge kostengünstig für den Export produziert wird. Welch eine Ironie- im Namen des Kapitalismus werden ideologische Grenzen eingerissen.
Zwischen Kapitalismus und Kommunismus. China ist für die meisten ein fremdartiger Riese und wird für absehbare Zeit ein fremdartiger Riese bleiben, denn obwohl uns die Volksrepublik bald den Rang als Exportweltmeister ablaufen wird, gibt es nur rund 2000 Studenten in Deutschland die sich für das Fach Sinologie eingeschrieben haben. Es unterrichten auch nur einige wenige deutschen Schulen Chinesisch als Fremdsprache.
Dabei gibt es viel zu lernen, was China angeht schließlich kann das Riesenreich auf ein über 4000jährige, wechselvolle Geschichte zurückblicken. Lange vor den Europäern gab es in China zum Beispiel schon Buchdruck mit beweglichen Lettern, Papiergeld und Schießpulver.
Der heutige Blogeintrag hat sich die bald beginnenden olympischen Spiele in Beijing zum Anlass genommen, einige interessante Fakten über das Reich der Mitte zu sammeln. Im Folgenden sind genau acht kurze Geschichten über die Errungenschaften der chinesischen Kultur aufgelistet, denn Acht ist in China die Glückszahl schlechthin. Nicht umsonst lässt die Zentralregierung die Olympischen Spiele in Beijing genau am 8.8. 2008 um acht Uhr (ostchinesische Zeit) beginnen.
一yī (Eins) Die chinesische Schrift ist das älteste Schriftsystem der Welt, das heute noch benutzt wird und auch eines der erfolgreichsten: Von Korea über Japan bis hin nach Südostasien kann man die Zeichen lesen und sich so über Sprachgrenzen hinweg verständigen. Da die einzelnen Zeichen jeweils eine vollständige Wortbedeutung haben, kann man praktisch Chinesisch verstehen, ohne Chinesisch zu können. Vorrausgesetzt, man beherrscht die über 3000 Zeichen. Selbst in China werden die überregionalen Fernsehsendungen chinesisch untertitelt damit Chinesen, die andere Dialekte sprechen, trotzdem verstehen können was gesagt wird.
二 èr (Zwei) Chinesische Philosophen, wie zum Beispiel Konfuzius, haben es schon vor Jahrhunderten geschafft, eine Millionengesellschaft nachhaltig zu verändern. Im Kaiserreich war die Kenntnis der konfuzianischen Schriften sogar eine Vorraussetzung für den Beamtenstatus. Die Prüfung zum kaiserlichen Beamten war gefürchtet, schließlich wurden sogar Details und einzelne Sätze Konfuzius´ abgefragt. Chinesen die Beamte werden wollten, mussten dafür praktisch alle Schriften von Konfuzius auswendig lernen.
三 sān (Drei) Dieses Riesenland nutzte nachweislich bereits um 900 v.Chr. Erdgas. Dieses Erdgas wurde beim Salzabbau entdeckt. Man benutzte es meistens für die Salztrocknung. Etwas später ist dann auch die gezielte Förderung des fossilen Brennstoffs nachzuweisen. In Bambusröhren wurde das brennbare Gas sogar bis zu den Feuerstellen der einzelnen Häuser geleitet um dort an den Feuerstellen für warmes Essen und warme Häuser zu sorgen.
四 sì (Vier) Die 中国长城 (Zhōngguó Chángchéng), die große Chinesische Mauer ist, was Größe und Volumen angeht, das größte Bauwerk der Erde. Bis heute weiß man nicht genau, wie lang diese Befestigungsanlage denn überhaupt ist. Bislang wird die Länge mit 6350km beziffert doch immer wieder werden neue Teilstücke dieses Jahrtausendbauwerks entdeckt und freigelegt. Heute ist die Große Mauer eine der bekanntesten Touristenattraktionen Chinas, damals war sie jedoch ein Schutzwall gegen die nomadischen Reitervölker der mongolischen Steppe. Es gab unzählige Wachtürme, die sich bei Gefahr durch Feuersignale gegenseitig alarmierten. So konnte auf der Mauer die Nachricht von einem mongolischen Angriff theoretisch binnen weniger Stunden über die gesamte Länge des Bauwerks weitergegeben werden. Bei der geringen Höhe der Mauer nützte das jedoch wenig. Immer wieder brachen räuberische Reitervölker in die fruchtbaren chinesischen Provinzen nördlich der Mauer durch und plünderten was ihnen in die Hände fiel. Unter den Bezwingern der chinesischen Mauer finden sich deshalb auch so berühmte Namen wie Dschingis Khan.
五 wǔ (Fünf) Nicht immer wurde das Reich der Mitte von Chinesen regiert. Der Enkel von Dschingis Khan, Kublai Khan proklamierte 1271 die Yuan-Dynastie. Durch die mongolischen Eroberungszüge, erreichte das Reich schließlich eine noch nie dagewesene Größe. Die mongolischen Reiterheere drangen sogar bis ins Baltikum vor. Noch heute gibt es Spuren der wilden Steppenreiter in der Region: Die finnische und die ungarische Sprache sind Rückbleibsel der Mongolenherrschaft. Kublai Khan war der erste Kaiser, der die Hauptstadt des Reiches nach Norden verlegte. Das erste mal wurde China deshalb unter den Mongolen aus dem heutigen Beijing regiert. Die Fremdherrschaft der Mongolen blieb in China keine einzelne Ausnahme. Im Jahre 1644 rissen wieder Reitervölker aus dem Norden die Herrschaft des Kaiserreiches an sich. Diesmal waren es die Krieger aus der Mandschurei. Beijing bekam unter ihrer Herrschaft seinen Namen als "Hauptstadt des Nordens". Die Qing-Dynastie führte das Kaiserreich China in eine neue Blüte und schließlich in den Untergang. 1911 endete die mandschurische Herrschaft als Pu Yi, der letzte Kaiser von China, seine Herrschaft an Republikaner abtreten musste die die Republik China ausriefen. Unter den Japanern wurde Pu Yi im zweiten Weltkrieg schließlich Marionettenkönig der Mandschurei 六 liù (Sechs) Der typisch chinesische Zopf, den man bei Männern auf Fotos von der Jahrhundertwende immer sieht ist eigentlich gar nicht typisch chinesisch, sondern ein mandschurisches Merkmal. Die traditionelle Haartracht mit ausrasiertem Vorderkopf und langem, geflochtenen Zopf wurde den Chinesen während der Qing-Dynastie aufgezwungen. Dies war einerseits ein Zeichen der Unterwerfung unter die Mandschu und andererseits sollte damit die optische Unterscheidung zwischen den beiden Volksgruppen unmöglich gemacht werden. Wer sich den Zopf abschnitt, der wurde schwer bestraft und gefoltert.
七 qī (Sieben)
Beijing war nicht immer die Hauptstadt des chinesischen Reiches. Genauer gesagt war sie das sogar die wenigste Zeit. Erst die Herrscher der Yuan-Dynastie verlegten im 13.Jahrhundert die Hauptstadt nach Norden und nannten die komplett neu geplante Stadt Dadu. Als die Yuan-Dynastie stürzte verlegte der erste Herrscher der Ming-Dynastie die Hauptstadt nach Süden und nannte sie Nanjing ("südliche Hauptstadt"), während Dadu in Beiping ("nördlicher Friede") umbenannt wurde. Später zog die Hauptstadt wieder nach Beiping, das schlussendlich in Beijing umbenannt wurde.
Nach dem Sturz der Qing-Dynastie am 10. Oktober 1911 war wieder Nanjing die Hauptstadt und Beijing wieder Beiping. Mao Zedong sah sich dann jedoch ganz in der Tradition der großen Kaiser der Yuan bis Qing-Dynastien und residierte schließlich im großen Palast der Verbotenen Stadt.
Die Republik China auf Taiwan führt heute noch in ihrem offiziellen Staatsgebiet Nanjing als Hauptstadt und Peking als Beiping.
八bā (Acht)
China macht leider nicht nur durch tolle Errungenschaften von sich reden.
Immer wieder sind von Menschenrechtsverletzungen zu lesen und auch bei der
Umweltverschmutzung hängt die Volksrepublik der Welt hinterher
Ziel der Partei bis 2005 den Ausstoß von Schwefeldioxid
um 25% zu senken schlug fehl. Am Stichtag hatte man einiges mehr an Schadstoffen in die
Atmosphäre
geblasen. Japan musste ein Importverbot für chinesische Pilzeverhängen, weil sie teilweise
stark mit Schwermetallen und giftigen Chemikalien belastet waren.
Die Energie der Volksrepublik stammt zu 70% aus Fossilen Brennstoffen.
Der Schadstoffausstoß ist enorm. An manchen Tagen stammt ein Viertel der gemessenen
Feinstaubbelastung die in Los Angeles tausende Kilometer östlich der chinesischen Küste
aus den Fabrikschloten der Volksrepublik.
Das chinesische Olympische Komittee hat kürzlich alle Sportler davor gewarnt chinesisches
Schweinefleisch zu essen.
Aufgrund der Mast mit Hormonen, wie sie in China üblich ist, wären die Proben bei den
Dopingkontrollen positiv.
Für Dopingfreies Schweinefleisch wird extra im olympischen Dorf gesorgt: dort gibt es extra für
die Sportler gemästete Öko-Schweine.
Acht ist eine Glückszahl in China und hoffentlich bringt das Glück für eine Beseitigung aller
Probleme, die die Volksrepublik im Moment hat.
Ein chinesischer Diplomat und ein amerikanischer Diplomat fahren in einer Limousine. Da kommen sie an eine Kreuzung. Nach links weist ein Schild mit der Aufschrift "Kommunismus", nach rechts weist ein Schild mit der Aufschrift "Kapitalismus". "Ganz klar, wir fahren nach rechts" sagt da der amerikanische Diplomat. "Mhm, na gut" willigt der chinesische Diplomat ein "aber wir blinken nach links...!"
In Zeiten von Klimaerwärmung und Polschmelze werden regenerative Energien immer wichtiger. In der aktuellen Diskussion um die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke wird dennoch deutlich, dass bisher nur wenige alternative Verfahren ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt sind. Bei der Frage welche Öko-Energieträger bekannt sind, beschränken sich die Antworten meist auf Biomasse, Windkraft und Solarstrom aus Solarzellen. Biomasse liefert zwar konstante Energie, der Bedarf an Biomasse für die Kraftwerke wird aber oft aus Nahrungspflanzen gedeckt, was aktuell zu einer weltweiten Nahrungskrise geführt hat. Windkraft und Solarstrom sind zwar kostengünstig und sehr umweltverträglich, jedoch liefern sie nicht konstant Strom, da Wind und Sonne nicht immer 24 Stunden zur Verfügung stehen.
Sollte Deutschland also wieder in die Atomkraft einsteigen, die Laufzeiten verlängern und vielleicht sogar neue Atomkraftwerke bauen? Es stimmt, Atomkraftwerke stoßen kein klimaschädliches CO2 aus, mit Tschernobyl und dem Problem des Atommülls im Hinterkopf scheint das für Deutschland keine echte Alternative zu sein, außerdem sind bei jetzigem Verbrauch (und es werden immer mehr Atomkraftwerke gebaut) die weltweiten Uranreserven in 90 Jahren verbraucht.
Es gibt aber noch andere Alternativen. Dieser Post stellt einige davon vor:
Feuer
Feuer ist ein zerstörerisches Element. Auf der anderen Seite schafft Feuer Platz für neues Leben. In der Prärie zum Beispiel benötigt das Gras Feuer um sich zu erneuern und Nährstoffe zurückzugewinnen. Das größte Feuer in unserem Sonnensystem ist sogar die Grundvoraussetzung für Leben auf der Erde. Ein riesiges atomares Feuer schenkt uns Licht und Wärme und das kostenlos und nach menschlichen Maßstäben unendlich lange. Noch etwa 5 Milliarden Jahre wird uns die Sonne auf die Köpfe scheinen. Vorausgesetzt natürlich, dass wir Menschen bis dahin noch existieren. Allein mit der Sonnenenergie die tatsächlich auf der Erdoberfläche ankommt, könnte man die Erde 10.000 mal komplett mit Energie versorgen und das bedeutet alle Energie kommt von der Sonne einschließlich der Kraftstoff den man an der Zapfsäule in sein Auto füllt.
Während jedoch im Erdorbit bereits der Großteil der Satelliten mit Solarzellen betrieben werden, hinkt die Energieversorgung aus Solarstrom auf der Erde gewaltig hinterher. Zum einen liegt das natürlich an den Nachteilen des Solarstroms. In der Anschaffung ist er teuer und die Wirkungsgrade sind noch relativ gering. Hinzu kommt noch, dass die Sonne nicht immer scheint. Manchmal bedecken Wolken den Himmel und spätestens wenn die Sonne untergeht, ist es aus mit der Sonnenenergie. Die Länder, die sich Sonnenenergie in größerem Maßstab leisten könnten, haben zudem oft nicht die optimalste Lage auf dem Erdball. Meistens fehlt es jedoch einfach an politischem Willen.
In China ist das anders. Wenn der politische Wille da ist, wird es einfach umgesetzt. In der Volksrepublik besitzen bereits jetzt weit mehr als 30 Millionen Haushalte Sonnenkollektoren und praktisch auf jedem Neubau sind Solarkollektoren vorgeschrieben. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 4,4 Personen versorgen sich bereits jetzt 132 Mio. Menschen mit heißem Wasser aus Sonnenenergie. Die Volksrepublik China ist also nicht nur der zukünftig größte Verbraucher von fossilen Brennstoffen, sondern bereits jetzt der weltweit größte Nutzer der Sonnenenergie. Derzeit werden 76% aller Sonnenkollektoren in China gefertigt (bei einem Stückpreis von ca. 190$) und der Markt hat Wachstumsraten von 15-20%.
Die Sonnenenergie die in China üblich ist basiert auf einem einfachen Prinzip. Auf den ersten Blick sind diese Sonnenkollektoren nur schwarze Kästen. In ihrem Inneren fließt allerdings Wasser, das durch die Sonnenstrahlen bis kurz vor den Siedepunkt erhitzt wird. Dieses erhitzte Wasser wird dann so lange gespeichert bis es genutzt wird. Auch mit einfacheren thermischen Solarkollektoren kann man sich damit praktisch über das ganze Jahr auch im Winter mit Heißwasser versorgen. Auch in Deutschland ist diese Form der Energiegewinnung für private Haushalte möglich.
Für die größere Energieproduktion in Kraftwerken sind jedoch andere Techniken vonnöten. Da Photovoltaik (Solarzellen) nur einen geringen Wirkungsgrad aufweisen (ca. 8%) beruhen die meisten größeren Solarkraftwerke auf dem Prinzip der thermischen Sonnennutzung. Sogenannte thermische Solarkraftwerke arbeiten jedoch nicht mit einfachen Sonnenkollektoren, sie benutzen große Spiegel um das Sonnenlicht auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren.
In Kalifornien befindet sich das derzeit größte Parabolrinnenkraftwerk der Welt. Das Kraftwerk ist ein riesiges Feld mit gekrümmten Spiegeln an deren Brennpunkt lange Röhren entlanglaufen. Das Sonne wird auf diese Röhren fokssiert und erwärmt eine darin fließende Flüssigkeit auf über 400 Grad Celsius. In einem Wärmetauscher bringt diese Flüssigkeit dann Wasser zum verdampfen, das dann eine Turbine antreibt. Diese Technik ist bereits relativ alt. Bereits 1912 lief in der ägyptischen Wüste eine solche Anlage mit 45kw Leistung. Heute produzieren in Kalifornien vier solche Kraftwerke 357 Megawatt.
Bis jetzt hört die Energieproduktion auf wenn die Sonne untergeht. In Spanien ist man schon weiter. Dort werden derzeit die weltgrößten Solarkraftwerke Andasol1, Andasol2 und Andasol3 gebaut. Sie beruhen zuerst einmal auf der selben Technik wie die kalifornischen Kraftwerke. Mit einem Unterschied: Sie können rund um die Uhr Strom produzieren. Möglich machen das zwei riesige, runde Speicher die derzeit in die spanische Wüste gepflanzt werden. In sie fließt das erhitzte Thermoöl aus den Spiegelfeldern und verflüssigt dort tausende Tonnen Nitratsalze. Wenn die Sonne untergegangen ist können die Spanier ihr Kraftwerk noch 8 weitere Stunden auf voller Leistung laufen lassen. Damit wird die Sonnenenergie zum ersten mal wirklich konkurrenzfähig mit anderen Energieträgern. Nach Fertigstellung werden in einer Gegend, wo früher nur Italowestern gedreht wurden, bis zu 200 Megawatt Strom produziert, genug für 600 000 Menschen und das mit deutscher Technik. Zukünftig wird die EU in ihrem "Grand Solar Project" Kooperationen mit Nordafrikanischen Ländern eingehen. Bereits mit 1% der Fläche der Sahara könnte man dann die gesamte Welt mit Strom versorgen, selbst wenn über Nordafrika die Sonne untergeht.
Video über das Andasol-Projekt (Spanisch)
Die Zukunft, so sehen es einige Wissenschaftler, gehört jedoch den Solarturmkraftwerken. Solarturmkraftwerke bündeln alle Sonnenenergie mithilfe von Spiegeln ("Heliostaten") auf einen einzigen Brennpunkt. Durch diese starke Konzentration des Sonnenlichtes entstehen an diesem Punkt Temperaturen von mehreren 1000 Grad Celsius. Damit wird dann flüssiges Nitratsalz oder ein anderer Trägerstoff erhitzt mit dem man dann über einen Dampfkreislauf eine Turbine antreibt. Durch die höheren Temperaturen ist der Wirkungsgrad bei solchen Kraftwerken viel größer, sodass sie die Solarenergie revolutionieren könnten. Die ersten Solarturmkraftwerke sind bereits in Betrieb. Das erste kommerzielle Solarturmkraftwerk in Spanien liefert bereis seit 2007 elf Megawatt Strom.
Die Solarenergie zu revolutionieren haben sich auch die Verfechter der Aufwindkraftwerke auf die Fahnen geschrieben. In Aufwindkraftwerken wird die Sonnenenergie nicht direkt genutzt, sondern über einen kleinen Umweg. Das Grundbauwerk des Aufwindkraftwerkes ist quasi ein riesiges Gewächshaus das an den Außenrändern offen ist. In der Mitte steht ein großer Turm. Die Sonne erhitzt die Luft und den Boden unter der großen Glasfläche. Die aufgehitzte Luft kann schließlich nur über den großen Kamin entweichen. Dabei entstehen starke Aufwinde die eine Windturbine antreiben. Ein Versuchskraftwerk in Manzanares (Spanien) hat die Machbarkeit des Prinzips gezeigt. Die Anlage produziert zur Zeit 50 Kilowatt Strom. Mit einem höheren Kamin und einer größeren Kollektorfläche könnte man Kraftwerke mit 200 Megawatt Leistung bauen. Dafür müsste der Kamin dann allerdings 1000 m hoch sein. Einen Vorteil hat die Methode: Zwar ist der Platzbedarf für ein solches Kraftwerk zunächst sehr groß, dennoch gehen die Flächen nicht ganz verloren. Unter der Glasfläche könnte man problemlos hitzeliebende Pflanzen anbauen und zum Beispiel Bananen aus Spanien möglich machen.
Eine Modifikation des Aufwindkraftwerkes stellt das Luftwirbelkraftwerk dar. Für solche Kraftwerke bräuchte man keinen so hohen Turm wie für das normale Aufwindkraftwerk. Der Kamin hätte nur die Ausmaße 100m Höhe und 200m Durchmesser. Mit viel weniger Energiezufuhr als im Aufwindkraftwerk wird in dem Kamin dann unter der Zufuhr von Wasserdampf ein Tornado erzeugt. An der Basis des Turms werden dann Keisförmig die Turbinen angeordnet, die aus der Luft die der Tornado ansaugt Energie gewinnen.
Bisher wurde dieser Kraftwerkstyp in der Realität noch nicht umgesetzt. Mit einem solchen Bauwerk könnte man aber Leistungen im dreistelligen Megawattbereich erzielen. Auch könnten sie herkömmliche Kühltürme in konventionellen Kraftwerken ersetzen um dort Elektrizität quasi in Zweitverwertung herzustellen.