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Freitag, 1. August 2008

Ferien

Gestern haben in Bayern die Schulferien begonnen.
Wenn man am Vormittag mit dem Bus gefahren ist, fand man sich in einem unbeschreiblichen Gewusel von Kindern und Jugendlichen wieder. Es gab viele glückliche Gesichter, einige die ihre Zeugnisse herumreichten und andere, die ihre Enttäuschung vielleicht unter einer coolen Miene versteckten. Alles in allem doch ein ausgelassener und auch ein lässiger Haufen. So einige haben für den letzten Unterrichtstag nicht einmal mehr ihre Schultasche mitgenommen.
Jetzt geht es in die Stadt, ein Eis essen, shoppen und andere Dinge machen für die man als Schüler während der Unterrichtstage nicht unbedingt Zeit hat.
Vorbei die Tage an denen nur Hitzefrei manchmal eine Abwechslung im Schulalltag brachte.

In den nächsten Tagen gehts los. Viele fahren in den Urlaub. Für viele heißt das wieder feste feiern. Kein Wunder, schließlich kommt das Wort Ferien vom lateinischen feriae, was soviel wie Feste, Feiertage bedeutet.

Wer in den Urlaub fährt sollte immer vorher die Unterkünfte am Urlaubsort überprüfen. Über das Internet geht das ja heutzutage dann doch recht einfach. Unter dieser Seite zum Beispiel kann man sein Ferienhotel bequem von Zuhause aus noch einmal gegenchecken.

Oft ist denn auch allein das Hotel eine Reise wert. Im heutigen Blogeintrag werden die skurrilsten und coolsten Unterkünfte einmal vorgestellt.

Für alle Hundeliebhaber dürfte folgende Unterkunft wohl etwas sein: Das Dog Bark Park Inn.
In dieser Bed and Breakfast Pension in Cottonwood, Idaho kann man für 67 Dollar die Nacht in einem überdimensionierten Hund schlafen. Zwei große Hundeskulpturen von denen eine Bewohnbar ist stehen den Besuchern zur Verfügung.
Wenn es nicht unbedingt zwei Hunde wären, würden sie auch gut in die bekannte griechische Erzählung von den trojanischen Kriegen passen.

Übernachtungen sind sehr begehrt, weshalb man besser vor einem Besuch online reservieren sollte.
Link: Dog Bark Park Inn


Anders geht es im Hostel Celica zu, das in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana zu finden ist.
Kaum fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof befindet sich diese Jugendherberge der besonderen Art. Übernachten kann man in einem ehemaligen Gefängnis. Man schläft in Zellen. Zum Glück darf man am nächsten Morgen wieder gehen, wenn man will. Dank Umbau und Modernisierung sind die Räume hell und wohnlich eingerichtet. Verschiedene Künstler haben die Zellen nach verschiedenen Konzepten gestaltet. Die Wandlung vom Gefängnis zu Jugendherberge dauerte insgesamt zehn Jahre.
Mit Preisen ab 18 € die Nacht ist das Hostel auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.

Link: Hostel Celica


Erlebnisurlaub bietet auch die Propeller Island City Lodge in Berlin. Das Hotel ist mehr ein Gesamtkunstwerk denn Herberge. Alle Räume sind unterschiedlich gestaltet und besitzen irgendwelche Gimmicks, die erst einmal verwirrend sind. Für die Gäste gibt es für jedes Zimmer eine eigene Bedienungsanleitung.
Das ist aber auch nötig, denn wer findet sich so ohne weiteres in einem Raum zurecht, der auf dem Kopf steht, der schräge Fussböden und Wände hat oder vollständig (!) verspiegelt ist.
Auch für morbide Geister steht ein Raum zur Verfügung in dem man in Särgen schlafen kann und für die wildenTiger unter uns ist wohl das "Two-Lions"-Zimmer empfehlenswert. Hier kann man in Käfigen nächtigen, wenn man will.
Das Hotel ist ein Kunstprojekt des deutschen Künstlers Lars Stroschen der auch unter dem Namen Propeller Island veröffenlicht.
Der Preis liegt, je nach Zimmer, zwischen 69 und 190 Euro pro Übernachtung. Für weitere Personen zahlt man je 15 € drauf.

Link: Propeller Island City Lodge


Eine interessante Geschichte hat das "Eh´häusl" in Amberg, das wohl kleinste Hotel derWelt.
Bereits 1728 wurde das Hotel speziell für frischvermählte Ehepaare gebaut. Dies war die Reaktion auf einen Erlass des bayerischen Kurfürsten der es Paaren ohne Haus verbot zu heiraten. Ein findiger Amberger kam schnell auf die Idee des "Eh´häusl" das er fortan für jeweils eine Nacht an trauungswillige "verkaufte".
Noch heute sind es meistens Frischvermälte die sich in dem Häuschen einquartieren.
Das "Eh´häusl" ist in eine 2,5 Meter breite Lücke zwischen zwei andere Häuser gebaut und bietet immerhin insgesamt 56 Quadratmeter Wohnfläche.
Zusätzlich zur Übernachtung gibt es einen Parkplatz für eine in der Nähe gelegene Tiefgarage.

Kontakt: Eh´häusl


Das kleinste Hotel mag zwar in der Oberpfalz zu finden sein, die kleinsten "Übernachtungszimmer" bieten jedoch immer noch die Kapselhotels in Japan. Bereits 1977 eröffnete das Erste dieser Hotels in Osaka. Die Schlafkapseln mit ca. 2 m² Fläche und 1,20 m Höhe bieten vor allem für Geschäftsreisende eine günstige Übernachtungsmöglichkeit. In den Kapseln sind inzwischen standardmäßig Fernseher, Radio und Klimaanlage eingebaut. Für die Bedürfnisse, die über das Schlafen, Radiohören oder Fernsehen hinausgehen, gibt es Gemeinschaftsräume (z.B. Duschen) und Essensautomaten.
Für viele Europäer natürlich undenkbar, deshalb sind die Kabinen im "Yotel" am Londoner Flughafen Heathrow etwas geräumiger. In den bis zu 10 m² großen Kabinen gibt es auch eine eigene Duschkabine und, ganz auf Geschäftsreisende eingerichtet, einen kostenlosen Internetzugang. Dieser Standard hat natürlich auch seinen Preis: Zwar kann das Zimmer auch Stundenweise angemietet werden, mit 56 Pfund (78 €) für die Nacht in der Standard Cabin ist das Yotel allerdings preislich durchaus mit anderen Hotels zu vergleichen.

Link: Yotel


Wem die vorhergehenden Hotels noch nicht ausgefallen genug oder zu teuer waren, der kann es ja mal in Bad Kissingen versuchen. Dort gibt es ein Hotel das sich das bekannte Lied von Jürgen Drews zum Motto gemacht hat. Wer die Natur liebt, kann eine Nacht im Kornfeld verbringen. Das "Hotel im Kornfeld" stellt dafür die Betten zur Verfügung. "Betten" sind in diesem Fall natürlich aufgeschichtete Strohballen und der Begriff "Hotel" bezieht sich auf ausgemähte Gänge und Zimmer in einem Getreidefeld. Die Saison ist in diesem Hotel naturgemäß recht kurz und wer übernachten will, sollte schnell reservieren.
Was die Anzahl der Sterne angeht kann es nicht einmal das Burj al Arab mit dem "Hotel im Kornfeld" aufnehmen: Zumindest nachts ist es das 1000-Sterne-Plus-Hotel. Nicht was den Service angeht, der ist eher spärlich, Übernachtende können sich jedoch bei schönem Wetter am Sternenhimmel erfreuen.
Die Nacht kostet nur 7€ pro Person, für Kinder unter 14 Jahren gar nur 3€.
Wer noch 8€ drauflegt kann sich morgens am Frühstücksbuffet bedienen.

Link: Hotel im Kornfeld



Schöne Ferien!

Sonntag, 13. Juli 2008

Eine Musik der Unmöglichkeit

Auch in der Welt der Musik gibt es immer wieder Dinge die einen den Kopf schütteln oder zumindest erstaunen lassen.

Aber zum Glück muss man sich nicht alle Kuriositäten anhören. Beim Lied "A Very Silent Night" vom neuseeländischen Benefizprojekt "The Underdogs" muss man sich dazu gar nicht einmal anstrengen denn der Titel ist für menschliche Ohren kaum zu hören. Die Frequenz, in der der Titel aufgenommen wurde liegt fast außerhalb des menschlichen Hörspektrum, was für die "Underdogs" kein Hindernis war an die Spitze der Charts zu steigen. Kein Wunder, schließlich ist der Titel auch als Weihnachtslied für Hunde gedacht. Die gesamten Einnahmen kamen dementsprechend natürlich dem Tierschutzbund zugute.
Wer einmal "reinhören" möchte kann sich
hier ja mal das Video zum Lied anschauen. Die Audiospur ging beim Umwandeln ins Flashvideo-Format leider verloren, das ist aber wohl eher nur für tierische Musikhörer von Nachteil.

Die SPCA (Royal New Zealand Society for the Prevention of Cruelty to Animals) warb für das Lied sogar mit dem Slogen "Das Weihnachtslied, das sie nie gehört haben." Eine gute Idee gegen Piraterie war das Lied allemal, denn beim kopieren der Original-CD fallen die extrem hohen Töne weg. Man hat dann auf der gebrannten CD also nur noch Stille.

Um Stille ging es auch einem amerikanischen Musiker. Er verklagte einen Kollegen weil er einen Sample aus einem seiner Songs geklaut haben soll. Der Beschuldigte hatte, so vermutete der Kläger, aus seinem Song eine Pause gesampled. Er verlor den Prozess leider weil er nicht beweisen konnte, dass das Sample aus seinem Musikstück entnommen Wurde. Der Beklagte dazu "Meine Stille ist original, sie spiegelt einen ganz eigenen Geist wieder als die Stille des anderen."

Wer schon einmal in einem Orchester gespielt hat, weiß die Pausen zwischen den Noten sind sehr wichtig. Sonst klingt es schrecklich.
Beim Bundesposaunentag in Leipzig ist exaktes Zusammenspiel aber nicht ganz möglich. Beim Abschlusskonzert des Festivals wirkten 35.000 Blechbläser mit. Damit war es, was die Mitwirkenden betrifft, das größte Konzert der Welt. Da sich diese vielen Teilnehmer aber auch über einen großen Platz verteilen mussten, spielte die Akustik so manchem einen Streich, denn bis sich der Schall vom Vordersten bis zum Letzten fortgepflanzt hat, vergehen einige Millisekunden. Die Bläser spielten alle zwar absolut synchron, dennoch war immer ein leichter Nachhall zu hören.

Der Posaunentag hatte sicher einen großen Platzbedarf. Katie Melua benötigte für ihr Konzert einen Raum mit erheblich kleineren Ausmaßen. Sie gab nämlich am 3. Oktober 2006 in einem beengten Raum am Boden einer Ölbohrstation das tiefste Unterwasserkonzert der Welt. Katie Melua spielt in dem Schacht, der sonst für Wartungsarbeiten gedacht ist auf einer Tiefe von 303 m unter dem Meeresspiegel zwei Songs und stieg dann wieder an die Oberfläche.

Zwei Songs mag vielleicht dem ein oder anderen etwas zu wenig für ein Konzert erscheinen, jedoch gibt es derzeit ein Konzert, in dem nur ein einziges Orgelwerk aufgeführt wird.

Der amerikanische Komponist John Cage schrieb 1987 ein acht Partiturseiten langes Stück mit dem Titel ORGAN²/ASLSP. ASLSP steht hierbei für "As Slow(ly) and Soft(ly) as Possible".
Die Uraufführung des Stückes dauerte schließlich dann doch nur 29 Minuten.
Einige John Cage Fans nahmen die Formel ASLSP etwas ernster als der Organist der Uraufführung.
In einer alten Kirche in Halberstadt haben sie eine Orgel eingerichtet, auf der das Stück gespielt werden soll. Angepeilte Spielzeit sind hierbei 639 Jahre. Im Jahr 2000 wurde das Stück angefangen und seitdem gab es bisher vier Tonwechsel. Die Tasten werden dabei immer von einem bekannten Organisten angeschlagen und dann für die nächsten Jahre mit Gewichten beschwert.
Am 5. Juli 2008, war es wieder so weit. Der nächste Tonwechsel im längsten Musikstück der Welt fand statt. Erst am 5. November kann man dem nächsten Tonwechsel beiwohnen.

Ungefähr jedes Jahr einmal findet solch Ereignis statt. Wer es aber bis zum 5. Oktober 2013 nicht gesehen hat, der muss dann allerdings sieben Jahre bis zum Tonwechsel warten.

High Noon

Zur Mittagsstunde in irgendeinem amerikanischen Städtchen um die Jahrhundertwende.
Es ist heiß und die Luft flimmert. Die Straßen sind wie leergefegt.
Auf einmal bemerkt man in der Ferne eine kleine Staubwolke. Hundebellen irgendwo.
Jemand öffnet die Flügeltüren des örtlichen Saloons und stellt sich breitbeinig mitten auf die leere Hauptstraße. Es ist ein Mann von mittlerer Statur. Sein Gesicht liegt im Schatten des großen Cowboyhutes den er trägt. Typisch für den Wilden Westen hat er sich einen Pistolengürtel umgeschnallt. Im Halfter steckt ein silbern glänzender Smith & Wesson .38 er Double Action Revolver.
Die Staubwolke ist inzwischen näher gekommen und entpuppt sich als ein weiterer Revolverheld auf einem Pferd.
Etwa 30 Schritte vor dem stehenden Mann steigt er ab und geht langsam auf seinen Kontrahenten zu.

"Hast du alter Dreckskerl dich also wirklich noch einmal hergetraut!" spricht der eine Mann und spuckt in weitem Bogen einen Klumpen Kautabak aus.

"McIrvin, hier in Bordertown gibt es nur Platz für einen von uns!"

"Also dann..."

Die beiden fixieren sich...

nervös zuckt die rechte Hand kurz über dem Revolvergriff...

Die Hitze wird schier unerträglich. Zwischen den beiden weht ein Büschel Tumbleweed hindurch...


Wie man sieht trägt das Tumbleweed (Salsola tragus), auf deutsch auch Steppenläufer genannt, sehr zu Atmosphäre von vielen Westernfilmen bei. Besonders beim Showdown zwischen dem Helden und dem Schurken wird es oft vom Regisseur eingesetzt um die Spannung zu erhöhen.
Tatsächlich ist der Steppenläufer in der nordamerikanischen Steppe sehr verbreitet.
Aber auch wenn man ihn heute ausschließlich mit dem Wilden Westen assoziiert, so bleibt er doch eine Fremdlingspflanze.
Die Russen sind schuld. Ursprünglich wuchs diese Steppenpflanze nämlich ausschließlich in der russischen Steppe. Erst um 1877 wurde sie von russischen Einwanderern in South Dakota eingeschleppt. Die Verbreitung der Pflanze kam einer Invasion gleich.
Der Steppenbusch verbreitet seine Samen indem er sich im Herbst von seinen Wurzeln trennt und sich vom Wind umherblasen lässt. In der naturbelassenen Prärie hätte der Steppenläufer mit dem hohen Gras schon eine Verbreitungsbarriere gefunden und wäre hängengeblieben. Diese Grasflächen wurden nun jedoch von der Landwirtschaft in Anspruch genommen. Die Barriere war also weg.

Schnell sorgte das Tumbleweed für Probleme: Die Harten Blätter des getrockneten Steppenbusches verletzten die Hufe von Pferden und wenn sie erst einmal Feuer gefangen hatten, entwickelten sie sich zu rollenden Fackeln die viele Häuser in Brand stecken konnten.

Der Steppenläufer wurde ebenso in Australien eingeschleppt. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

Erfolgreich waren auch die meisten Western in denen das Kraut seine filmische Verewigung gefunden hat.
Und es trug wahrhaftig einiges zur Stimmung bei wie sonst ist es sich zu erklären, dass das Tumbleweed auch schon in genrefremden Filmen zitiert wurde.

Eine wahre Invasion. Aber eine stimmungsvolle.

Fast Food

Fast Food macht dick und krank.

Das hat 2004 die Film-Doku "Supersize Me" gezeigt. Längst gehören McDonalds und Burger King Filialen auf der ganzen Welt zum normalen Erscheinungsbild.

Die höchste Filialdichte an Fast-Food-Restaurants weist aber immer noch das Ursprungsland des schnellen Essens auf: Die Hälfte aller US-Amerikaner lebt nicht einmal drei Autominuten von der nächsten McDonalds- Filiale entfernt.
Kein Wunder, dass die Amerikaner das Volk mit den meisten Übergewichtsproblemen sind.
Im Land der Superlative darf deshalb die angemessene Verpflegung für Superesser nicht fehlen. In einem Restaurant in Pennsylvania kann man den derzeit größten Burger der Welt bestellen. Wer das tut sollte aber mindestens eine Woche gehungert haben, denn der Burger wiegt unglaubliche 55 Kilogramm (zum Vergleich:der Durchschnitt für Burger liegt bei 110 Gramm). Große Esser können dann für schlappe 288 Euro um die 30 Kilo Fleisch, 160 Scheiben Käse, 1 Kilo Salat und 13 Kilo Brötchen verdrücken.

Deutschland steht den Amerikanern aber in Sachen Fast-Food jedoch in nichts nach. In der Bundesrepublik ist jedoch der Döner ungeschlagener Liebling. Zwar wurde der größte Döner in der Türkei gemacht (Bilanz: 240 geschlachtete Lämmer und knapp eine Tonne verbrauchte Grillkohle), die meisten Döner kommen jedoch nach wie vor aus Deutschland: täglich werden in Deutschland etwa 200-300 Tonnen der Fleischspezialität hergestellt.
Döner im Brötchen ist (genauso wie Frikadelle im Brötchen) sogar eine deutsche Erfindung und in der Türkei relativ unbekannt.

So ungesund Fast Food auch sein mag, ab und zu mit Herzenslust heiß und fettig zu schlemmen sollte dann doch schon mal drin sein. Zumal der Burger an sich schon eine friedensstiftende Wirkung zu haben scheint: Es gab noch nie einen Krieg zwischen zwei Ländern in denen es McDonalds-Filialen gibt.

In diesem Sinne: Make Mampf not War!